HDLB Spieler in Las Vegas beim Darts-Weltcup

BBV-SERIE: FREIZEITSPORT 15.04.2010
Zwei Bocholter HDLB Dartsspieler nehmen demnächst am Weltcup in Las Vegas teil.
In einer Woche werden Thorsten Duhme und Sven Kempers per Flugzeug in die USA aufbrechen.
Ihr Ziel ist das Spielerparadies Las Vegas.

 

Das Spiel mit den Pfeilen BBV-SERIE: FREIZEITSPORT

BBV-SERIE: FREIZEITSPORT 25.07.2009

Das Spiel mit den Pfeilen
VON LUDWIG VAN DER LINDE


Beim Darts hängt viel vom Werkzeug des Spielers ab. Die kleinen Pfeile gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Formen. Wichtig dabei ist der Barrel, das Griffstück. Geselligkeit spielt bei diesem Kneipensport eine große Rolle.

BOCHOLT Das sieht gar nicht so schlecht aus. Die erste Runde ist gespielt und ich liege überraschend vorne. Die Zahl 453 leuchtet auf der elektronischen Dartscheibe für Player 1 auf. Immerhin habe ich mit den ersten drei Würfen 48 Punkte geholt. Meine Konkurrenten Sven Kempers, André Lütkenhorst, Michael Nagel und Thomas Duhme scheinen noch nicht richtig warm zu sein. „Zu viel Kaffee am Morgen“, stöhnt Duhme, der mit mickrigen 8 Punkten startet. Alle lachen. Es herrscht gute Laune in der Gaststätte „Unter den Eichen“, dem Stammlokal des Teams „Dart errors“, dem die vier Hobbyspieler angehören. Wir haben uns getroffen, damit sie mir etwas über Darts erzählen und den einen oder anderen Tipp verraten.

„Ganz wichtig sind natürlich die Darts selbst, also die Pfeile. Sie sind unser Handwerkszeug und in vielen Varianten und Formen zu haben“, sagt Sven Kempers. Und natürlich haben er und seine Kollegen, die in der Bocholter Hobbyliga und in der Bezirksliga des Deutschen Sport-Automaten Bundes (DSAB) spielen, ihr Werkzeug dabei - verpackt als Dreier-Set in einem kleinen Stoff-Etui.

„So ein Pfeil besteht im Wesentlichen aus vier Teilen, die man auch alle einzeln kaufen und individuell zusammenstellen kann“, erklärt Lütkenhorst: der Spitze (Tip oder Point), dem Shaft, dem Barrel und dem Flight. „Entscheidend ist der Barrel, also das Griffstück. Es ist das Herzstück“, sagt Kempers. Von ihm hänge es ab, wie gut der Pfeil zwischen den Fingerspitzen liegt. „Es gibt viele verschiedene Barrels, dünne und dicke, kurze und lange, leichte und schwere. Die sollte man ruhig vor dem Kauf ausprobieren“, empfiehlt der 24-Jährige, dem vor allem die Geselligkeit bei diesem Kneipensport gefällt. „Dartsspieler sind wie eine große Familie“, sagt er. Das Gesamtgewicht der Pfeile liegt in der Regel zwischen 16 und 18 Gramm. „Wenn sie schwerer sind, können sie die empfindliche Elektronik der Dartscheibe kaputtmachen“, sagt Lütkenhorst.

Zurück zur Praxis. Ich habe die vier zu einem Spiel aufgefordert: Als eine der vielen Varianten, die der Automat anbietet, wählen sie „501 doppel out“ aus. Hierbei werden die vom Spieler erzielten Punkte von 501 Punkten abgezogen. Wer zuerst null Punkte erreicht, ist Sieger – vorausgesetzt, mit seinem letzten Wurf hat er das Doppelfeld einer Zahl (auf der Scheibe der kleine äußere Ring) getroffen.

Bevor ich beginne, möchte ich noch einen letzten Tipp haben: Wie stellt man sich am besten vor dem Wurf in Position. „Auch das ist ganz unterschiedlich“, sagt Duhme. Einige stehen an der Markierungslinie exakt zur Scheibe, andere links oder rechts daneben. „Als Anfänger sollte man mehrere Positionen ausprobieren. Wenn man dann eine gefunden hat, die einem gefällt, sollte man diese beibehalten und ständig üben“, so Duhme.

Zum Üben bleibt mir aber keine Zeit. Meine nächsten Versuche sind nicht so toll wie der eingangs beschriebene erste (Bin ich nervös geworden?). Die Streuung ist groß. Mal landet der Pfeil oben rechts in der 18 oder 1, mal links unten in der 7 oder 16. Dabei will ich eigentlich immer die 20 oben in der Mitte treffen – am besten noch in dem mittleren Ring, in dem die Punkte dreifach zählen. Aber das klappt irgendwie nicht. Der kleine Vorsprung, den ich mir nach der ersten Runde herausgearbeitet habe, schmilzt schnell dahin. Nach gut 15 Minuten hat Michael Nagel nur noch 6 Punkte auf dem Board stehen. Er zielt und trifft im ersten Versuch die „Double 3“. Das Spiel ist beendet. Ich gratuliere ihm und werfe einen Blick auf meinen Kontostand: Dort leuchtet die 221.

LESERMEINUNGEN
MichaelWissen | 25.07.09 14:52

Guten Tag, ich bin ebenfalls Mitglied des Teams ''Die Darterorrs'' und mir sind in dem Beitrag ein paar Fehler aufgefallen, nicht weiter tragisch, aber wollte es mal eben so zur Sprache bringen...

1. Es war nicht die Gaststätte Unter den Eichen, sondern Gaststätte Nagel.
2. Thomas Duhme heißt eigentlich Torsten und kann sowieso nur angetrunken richtig spielen ;-)

MfG Michael Wißen



 

Voll auf die Dreifach-Zwanzig 23.03.09


Von ISA VON BISMARCK-OSTEN, 23.03.09, 07:09h Lohmar


LOHMAR. Es ist Musik in Mark Whitbreads Ohren. Dieses kurze Düdelü aus dem Automaten, jedes Mal wenn er die Dreifach-Zwanzig trifft. Düdelü, Düdelü - wieder hat der 36-Jährige zwei Dartspitzen in dem schmalen Noppenstreifen mitten im 20-Punkte Feld versenkt und dafür jeweils 60 Zähler kassiert - der Automat zeigt es an. Einen Pfeil hat er noch, Whitbread zielt, die Kunststoffspitze ruht dabei leicht auf seinem kleinen Finger. Whitbread wirft, eine scheinbar mühelose Geste, leider auf die Eins: der Automat bleibt stumm.

Wie Whitbread fieberten am Wochenende rund 80 Männer und Frauen im Saal der Lohmarer Gaststätte „Weißes Haus“ um die erste Landesmeisterschaft im elektronischen Dart, kurz E-Dart genannt. Ausgerichtet hat sie der Nordrhein-westfälische Dartsport-Verband (NWDSV), Dachverband der vier unabhängigen und nicht-kommerziellen E-Dart-Ligen in NRW, darunter auch die Dartsport-Gemeinschaft Rhein-Sieg-Oberberg, deren 1. Vorsitzender Mark Whitbread ist.

Die Stimmung ist gut in dem düsteren Saal. Das Dudeln der zehn Automaten verheißt: Hier trifft sich die Elite des Kneipensports. Wer gerade nicht dartet, sitzt an einem der Biertische in der Mitte des Raumes, unterhält sich oder guckt zu. Viele trinken Bier. Männer-Frauenverhältnis: etwa 70:30.

Trotz der guten Stimmung unter den Sportlern ist Michael Tallack, Präsident des NWDSV, enttäuscht. Vor dem Lokal sitzt der Lohmarer in der Sonne, in seiner Hand hält er ein Wasserglas. „Es hätten mehr kommen können“, sagt er. Ab 100 Spielern wäre er zufrieden gewesen. Jetzt hofft Tallack, plus minus Null aus der Veranstaltung rauszukommen, allein 600 Euro Miete kosten die Automaten. Das Startgeld, 7 Euro pro Person, fließt zu 100 Prozent in das Preisgeld der Landesmeister. Bleiben nur die Getränke-Einnahmen.

Für die Teilnehmerzahl macht Tallack auch das Datum verantwortlich: „Manche haben kein Geld mehr“, sagt er. Monatsanfang wäre besser gewesen. Dennoch: „Ich bin sicher, dass es jedes Jahr mehr werden“, so Tallack. Zwei zusätzliche Ligen hätten für 2010 ihr Kommen schon zugesagt. Für das kommende Jahr sei auch ein Mannschaftsturnier geplant; diesmal traten dagegen nur Einzelspieler gegeneinander an.

Mark Whitbread steht mit einer Cola an einem der Stehtische, an seinen Pfeilen sind die weißen Spitzen leicht verbogen. Für ihn ist das Turnier gelaufen, das Düdelü hat er zuletzt kaum mehr gehört. Sein Kontrahent Stefan Müllenmeister hat ihn geschlagen, im „Double-out“, der höchsten Leistungsklasse, zählten sie beide zu den Favoriten.

Entscheidend sei die Konzentration, so Whitbread. „Man konzentriert sich voll auf eine Zahl.“ Einmal sei ihm die Doppel-19 förmlich entgegen gekommen. „Alles ringsum vergessen“ - auf der Landesmeisterschaft ist ihm das nicht gelungen.

Solange er denken kann, spielt Whitbread Dart, schon bei seinen Eltern hingen immer die Pfeile an den Wänden. „Da schalte ich einfach alles ab“, sagt er. Drei Mal in der Woche geht der Lüftungsmonteur für seinen Sport in die Kneipe, entgegen dem Klischée gehört Alkohol für ihn nicht wirklich dazu. „Ein Bier beruhigt“, gibt er zu. Danach trinke er aber nur noch Cola oder Wasser.